Unsere Kirche im Wandel

Dekan Thomas Guba und Dekanin Ulrike Dittmar
Bildrechte Dekanat Cham/Sulzbach-Rosenberg/Weiden

Was die Veränderungsprozesse für die Gemeinden und Dekanate bedeuten


Liebe Gemeindeglieder,
unsere Kirche verändert sich in dieser Zeit in einem rasanten Tempo.
Es hängt damit zusammen, dass immer mehr Menschen aus den großen Kirchen austreten. In Deutschland sind noch 43,8 % der Menschen Mitglieder einer Kirche. In Bayern sind es 55%. Wir müssen davon ausgehen, dass es in 10 Jahren in Bayern noch zwischen 1,0 und 1,5 Millionen Evangelische gibt, derzeit sind es 1,9 Millionen. Gleichzeitig nimmt, bedingt durch Ruhestandsversetzungen der geburtenstarken Jahrgänge, die Zahl der Hauptamtlichen in der Kirche um 40% ab und die Finanzkraft schwindet ebenso um ca. 40% (bis 2035).
Da man dies alles weiß, muss der Veränderungsprozess gesteuert werden.


Ich will auf zwei Maßnahmen eingehen:

  1. Der Landesstellenplan

    Im nächsten Jahr greift ein neuer Landesstellenplan mit dem Umsetzungsziel bis zum Jahr 2034. Es gibt Kürzungen in allen Bereichen der Hauptamtlichen (auch in den Ämtern und auf Sonderpfarrstellen) um 25-30 %. Kein Hauptamtlicher wird arbeitslos. Da der Zeitraum der Umsetzung gestreckt ist, wird der Stellenabbau durch Ruhestandsversetzungen vonstattengehen. Künftig werden Stellen einer Regionalgemeinde und keiner Pfarrei mehr zugeordnet.

  2. Regionalgemeinde

    Es werden Regionalgemeinden als Körperschaften des öffentlichen Rechts gegründet (flächendeckend in Bayern). In einer Regionalgemeinde tun mindestens 5 Hauptamtliche Dienst und sie besteht aus mindestens 8.500 Gemeindegliedern (größere Einheiten darf es auch geben). Auf der Ebene des Regionalgemeindevorstands (eine Art Kirchenvorstand auf Ebene der Regionalgemeinde) werden künftig alle Entscheidungen über das Personal, die Finanzen und die Immobilien der jeweiligen Region getroffen (natürlich in Absprache mit den Kirchengemeinden vor Ort). Die Kirchengemeinde vor Ort bleibt bestehen, behält auch ihr Vermögen und kann weiter Spenden und Kirchgeld sammeln. Allerdings werden wichtige Entscheidungen zentralisiert und dafür wird von den 5 Stellen eine Stelle als Geschäftsführerstelle ausgeschrieben. Das Thema Regionalgemeinde ist noch nicht zu Ende formuliert. Das immer wieder aufkommende Gerücht, dass Mitarbeitende ihre Stelle verlassen müssten, ist falsch. 
    Dekanin Ulrike Dittmar und ich sind derzeit viel in Kirchenvorständen und Regionen unterwegs, um dieses neue System bekannt zu machen. Es ist ein System, das es in anderen Landeskirchen schon seit einiger Zeit gibt


Sie merken, dass vieles von dem, was derzeit gedacht wird, noch nicht geklärt ist. Unsere Chance besteht darin, mitzureden und mitzudenken. Das tun Frau Dittmar und ich im Rahmen der Dekanekonferenzen und auf der mittleren Ebene. Unsere vier Landessynodalen tun dies auf Ebene des Kirchenkreises und der Landessynode. Sobald es Neuigkeiten gibt, informieren wir Sie wieder. Bis dahin ist es unser aller Aufgabe die Dinge zu begleiten und mitzudenken und vor allem für gute Lösungen zu beten. 


Ihr Thomas Guba, Dekan    
auch im Namen von Dekanin Ulrike Dittmar    

(Stand: September 2026)