Konfirmanden auf Exkursion im KZ Flossenbürg

Unser Bundespräsident Joachim Gauck hat daran erinnert und gesagt: "Es gibt keine deutsche Identität ohne Auschwitz." Für die Konfirmandengruppen der Ostgemeinden des Dekanates Sulzbach-Rosenberg (Schwandorf, Nabburg-Pfreimd, Oberviechtach-Schönsee) wurde bei der Exkursion am 07.02.2015 deutlich, dass es ebenso keine Oberpfälzer Identität ohne Flossenbürg gibt.

Berühmtester Gefangener im Konzentrationslager Flossenbürg war der Pfarrer und Theologe Dietrich Bonhoeffer, dessen 70. Todestag sich am 9. April 2015 jährt. Nur noch ein Teil des Arrestbaues steht noch, ein paar Zellen, Teile des Innenhofes, in dem Bonhoeffer von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Nach einer Führung durch die Ausstellung und das Gelände wurde den Konfirmanden deutlich, welch menschenunwürdiges System die Nazis in Deutschland errichtet hatten.

Alle Menschen, die sie aufgrund ihrer Herkunft und Rasse, ihrer politischen religiösen Haltung nicht für lebenswürdig hielten, wurden in Konzentrationslagern eingesperrt. Es wurde ihnen alles genommen. Erst ihre Freiheit, dann ihre Namen und ihre Identität, ihre Würde. Arbeit gibt dem Menschen eigentlich Würde. In Flossenbürg wurde dieses Prinzip pervertiert. „Vernichtung durch Arbeit!“ Zigtausende starben bei der harten Arbeit in den Steinbrüchen und aufgrund sinn- und grundloser Folterungen.

Eine große Karte im Ausstellungsbereich mit einem deutschlandweit flächendeckenden Netz an Standorten von Konzentrations- und Vernichtungslagern sowie deren Außenorten machte uns alle betroffen und sprachlos. So manche Träne fiel in den Schnee von Flossenbürg. Mit einer gemeinsamen Andacht und dem Lied Bonhoeffers „Von guten Mächten“ stellten wir an diesem Ort des Todes den lebendigen Christus ins Zentrum unserer Hoffnung, dass so etwas in Deutschland nie wieder geschehen dürfe.